FAQs

Wann tritt elektrostatische Aufladung auf?
Statische Aufladung tritt auf, wenn Moleküle auf der Oberfläche eines Gegenstandes aufgeladen oder polarisiert werden. Die Aufladung kann eine negatives (Elektronenüberschuss)  oder positives (Elektronenmangel) Vorzeichen haben. Jede Materialart kann mit statischer Elektrizität aufgeladen werden. Die bekanntesten Erzeugungsmechanismen für statische Elektrizität sind die Induktion und die reibungselektrische (triboelektrische) Aufladung.

Was sind elektrische Leiter?
Materialien, in denen sich elektrische Ladungen bewegen, werden elektrische Leiter genannt. Nichtleitende (elektrisch isolierende) Materialien erlauben hingegen keine Bewegung von Elektronen.
Die meisten Metalle sind vorzügliche elektrische Leiter. Kunststoffe, Quarz und Glas sind typische Nichtleiter.

Was ist ein Induktionseffekt?
Induktionseffekte basieren auf bewegten elektrischen Feldern.
Das Bewegen eines Gegenstandes durch ein statisches Feld führt grundsätzlich zur Ausbildung einer Oberflächenladung. Eine Berührung zwischen aufgeladenem Gegenstand und der Quelle des elektrischen Feldes findet dabei nicht statt. Die Ladungspolarität des Gegenstandes nach Induktion ist exakt entgegengesetzt zur Polarität des ursächlichen Feldes.

Was ist ein triboelektrischer Effekt?
Der häufigste, ladungserzeugende Störeffekt ist die Aufladung durch Reibung oder  Kontakt. An diesem tribolelektrischen Effekt sind mindestens zwei Materialien beteiligt, deren Grenzschichten miteinander Kontakt haben. Bei Trennung der Kontaktpartner verliert eine Oberfläche Elektronen und wird positiv aufgeladen, während das Gegenstück die Elektronen aufnimmt und eine negative Aufladung erfährt. Sind die getrennten Oberflächen elektrische Isolatoren oder ungeerdet, bleiben die Ladungen erhalten.

Was ist ESD-Management?
In der Praxis ist es unmöglich, statische Elektrizität aus Produktionsanlagen gänzlich fernzuhalten. Im Vordergrund sollte vielmehr das wohlüberlegte Management elektrostatischer Ladungen stehen.
Wichtigste Vorbetrachtung ist, inwieweit die aufgeladenen Materialien leitend oder isolierend sind. Elektrostatischen Ladungen an leitfähigen Materialien wird durch Erdungsmaßnahmen begegnet.

Was ist Luftionisation?
In kritischen Umgebungen wird Luftionisation in steigendem Maße zur Kontrolle und Neutralisierung elektrostatischer Ladungen eingesetzt. So genannte Ionisatoren durchsetzen die Reinraumluft dergestalt mit Ionen, dass statische Ladungen an Isolatoren und ungeerdeten Leitern abgebaut werden.

Was sind Luftionen?
Luftionen sind Moleküle, die ein Elektron verloren oder hinzugewonnen haben. Ionen sind bereits in der "normalen " Luft vorhanden, werden aber bei Filterung und technischer Aufbereitung entfernt. In natürlicher Umgebung entstehen Luftionen vorwiegend durch ionisierende Strahlung. Trotzdem ist Raumluft normalerweise ein recht guter Isolator mit einem spezifischen Widerstand von über 1015 Ohm/Meter.

Was ist bipolare Ionisation?
Da Störladungen in Arbeitsbereichen sich nicht auf eine Polarität beschränken, sind zur neutralisierenden Ionisation positive und negative Luftionen zu erzeugen. Es gibt verschiedene Methoden zur bipolare Ionisation. Die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Methode hängt von der jeweiligen Prozessumgebung und "Sonder"parametern ab. Dementsprechend haben sich auch verschiedene technische Verfahren zur  Ionenverteilung etabliert. Nachfolgend werden die wichtigsten Techniken, mitsamt ihrer bevorzugten Einsatzgebiete, vorgestellt.